Unter dem Label „Romanian Designers“ präsentierten zur Saison Herbst/Winter 2012/2013 verschiedene Rumänische Designer ihre Kollektionen nun schon zum dritten Mal auf der Berliner Modewoche. Die erfolgreiche Designerin Irina Schrotter zeigte ihre Kollektion in einer Einzelshow am Donnerstag, 19. Januar und die jungen Talente Lena Criveanu, Lucian Broscatean und das Label Twenty(2)too präsentierten ihre Entwürfe in einer Gruppenshow am Samstag den 21. Januar.

Auch auf der Branchenmesse Premium sind die Romanian Designers mit einem großen Gruppenstand vertreten und stellen dort ihre Entwürfe zusammen mit der Schuh-Designerin Mihaela Glavan und exklusivem Accessoire-Design vom Label D’or by Roxana Davidescu dem Fachpublikum vor. Zudem zeigt die Nachwuchsdesignerin Adelina Ivan auf der Messe erstmals ihre Kollektion in Deutschland. Weltpremiere feiert das Label Patzaikin. Twenty(2)too präsentiert sich auf der Seek und die Streetwear von Bold fashion wird auf der Bright gezeigt.

Irina Schrotter präsentiert sich in dieser Saison als Einzellabel. Die erfolgreiche rumänische Designerin weicht von ihrem bisherigen Still mit femininen Schnitten und weiblichen Silhouetten ab und überrascht mit experimentellen und avantgardistischen Designs. Sie schafft eine unerwartete und faszinierende Mischung aus verschiedenen Stoffen Materialien und geometrischen Formen in herbstlichen Farben.

Lucian Broscatean, Lena Criveanu und das Label Twenty(2)too sind im dieser Saison die ROMANIAN DESIGNES. Lucian Broscatean blieb seiner Linie treu und lässt sich, wie in der vergangenen Saison, vom Arthouse-Film inspirieren; diesmal von den Quay Brothers. Seine Kollektion „Dream.Map“ reflektiert die bizarren Charaktere und hypnotisierende Atmosphäre: kontrastreich, natürliche Baumwollstoffe, Wolle und Filz – leichte und gewebte Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften, gekonnt gemixt und drapiert.

Lena Criveanu stellt bei ihrer Kollektion „In Tango step“ Eleganz und Weiblichkeit in den Vordergrund. Sie hat sich in dieser Saison vom Tango und der Emotionalität dieses anspruchsvollen Tanzes inspirieren lassen und verbindet sie mit dem Stil der 50er Jahre und ihrer Vorliebe für die filigrane und weiblich anmutende Form der Orchidee. Sie verwendet bei ihren Entwürfen vor allem Wolle und Seide, Akzente setzt sie mit Kunstpelz. Auch farblich zeigt sie mit Pink, Vanille und Cream ein Wechselspiel zwischen kraftvoll und zurückhaltend.

Lucian Broscatean DREAM MAP AW 2012/2013

Die neuen Kollektion DREAM MAP von Lucian Broscatean ist inspiriert durch die poetischen und gleichsam verstörenden Geschichten aus Filmen wie „Institut Benjamenta“ oder „this dream people call life“ der Quay Brothers. Die bizarren Charaktere und unheimliche Traum-Sequenzen sind die konzeptionelle Themen, mit denen sich der Designer auseinandersetzt. Faltenwurf und Schattenspiel entstehen durch die Kombination schwerer und leichter Stoffe, klarer Schnitte und geometrischer Formen, die Landschafen und Morphologien dieser Traumsequenzen reflektieren.

Generell dominieren die Farben Weiß und Schwarz. Die langen Baumwollhemden sind geprägt von geometrischen Formen und der monochromen Farbkombination, ihre offenen Enden reichen weit über die schwarzen Wollhosen hinaus, deren Silhouette durch dreieckige Applikationen an Reiterhosen erinnert. Kombiniert mit überlangen Mänteln mit kantigem Faltenwurf, den schwarzen, kreisrunden Hüten von Gabriela Dumitran und Schuhen mit prominenter Gummisohle von Mihaela Glavan, entsteht so ein urbaner und moderner Hirten-Look der die Insignien der Tradition Rumäniens in die heutige Zeit übersetzt.

Lucian Broscatean stellt seine Kollektionen bereits seit 2008 regelmäßig einem internationalen Fachpublikum vor, unter anderem auf den rumänischen Fashion Weeks, dem rumänischen Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai und seit Frühling 2011 auch auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin. In seiner Arbeit setzt sich der Designer mit den Diskrepanzen zwischen Tradition und Mobilität, der nomadischen Lebensweise und Urbanen Formen auseinander. Quellen der Inspiration sind Architektur, Film und postmoderner Tanz.

Lena Criveanus Tango in Step AW 2012/2013

Im Mittelpunkt der Kollektion “in Tango step“ von Lena Criveanu für Herbst/Winter 2012/2013 stehen Eleganz und Weiblichkeit. Wie der Name schon erahnen lässt, hat sich Criveanu in dieser Saison vom Tango inspirieren lassen – die Emotionalität dieses anspruchsvollen Tanzes spiegelt sich in ihren Kreationen wieder und verbindet sich mit dem Stil der 50er Jahre und der Vorliebe der Designerin für die filigrane und weiblich anmutende Form der Orchidee.

Die Kollektion setzt sich aus kompletten und gleichzeitig leicht kombinierbare Outfits zusammen: lange und halblange Kleider und Roben, Mäntel, Hosen, Blusen, Röcke sowie unterschiedlichste Accessoires. Criveanus verwendet vor allem Wolle und Seide in verschiedenen Ausführungen; Akzente mit Kunstpelz und floralen Drucken auf den Stoffen. Die betont enge Taille und weiblichen Konturen lassen eine vergangene Zeit anklingen – die sich in Form von modernen Schnitten und Materialkombinationen in die Gegenwart integriert. Die Hauptfarben der Kollektion – Pink, Vanille und Cream – stehen sinnbildlich für das Wechselspiel zwischen kraftvollen und zarten Momenten eines Tanzes.

Lena Criveanus zeigt die erste Kollektion unter ihrem eigenen Label im Jahr 2006 in Bucharest. Bereits zwei Jahre später präsentiert Sie Ihre Entwürfe in Paris und New York und seit 2010 auch in Berlin. Lena Criveanus setzt sich in Ihrer Arbeit intensiv mit der handwerklichen Technik traditioneller rumänischer Trachten und Traditionen auseinander und übersetzt diese in eine moderne und romantische Ästhetik. Obwohl sie sehr viel Wert auf handwerkliche und technische Details legt, ist ihre Herangehensweise immer sehr konzeptuell – so verschwimmen in ihrer Arbeit die Grenzen zwischen Mode, Performance-Kunst und Skulptur.

twenty(2)too Victoire: lamortlente del’esprit AW 2012/2013

Die Herbst/Winter 2012/2013 Kollektion Victoire: la mort lente de l’esprit von twenty(2)too ist bestimmt durch die sehr persönlichen Entwürfe des Designers Mihai Dan Zarug. Inspiriert von der düsteren Stimmung der Filme von Claude Chabrol, verarbeitet Zarug in dieser höchst individuellen Kollektion das Auf und Ab seines eigenen Lebens, den Drang nach Freiheit und Individualität und nach Selbstbehauptung. Die Formen sind scheinbar starr, werden aber durch die Verwendung edler und weicher Materialien wie Lammnappa und wasserabweisender Wolle aufgelockert, die den Träger nicht nur im übertragenen Sinne sondern auch konkret wie eine zweite Haut gegen Umwelteinflüsse schützen.

Die Farbe Schwarz dominiert in den von verschiedenen Materialien und Schichten geprägten Jacketts, Hemden und Hosen – Leder und Seide treffen auf Wolle und Baumwolle. Die breit geschnittenen Brustpartien erinnern an Rüstungen, deren maskuline Form auf die sonst eher femininen Schnitte und Faltenwürfe trifft und so zusammen mit den geraden und eng geschnittenen Hosen einen ambivalenten und besonderen Look entstehen lassen. Weiße Hemdkragen und helle, elastischen Verbindungsteile akzentuieren die Farbwelt von twenty(2)too. Die Schuhe für die Kollektion wurden von Mihaela Glavan entworfen.

2010 präsentierte Mihai Dan Zarug seine erste eigene Kollektion unter dem Namen twenty(2)too und ist in der Saison Herbst/Winter 2012/2013 zum ersten mal im Rahmen der Romanian Designers auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin vertreten. In seinen Augen ist Mode unabhängig vom Geschlecht des Trägers – alles eine Frage der Einstellung. (Bilder: Deluxe Label)

 

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