Die PAPPFLIEGEIn langwierigen Studien fand der Sozial-Beobachter und Aktions-Karikaturist Cantemir Gheorgiu, der mit einer Brille aus Pappe der Welt den Spiegel vorsetzte, heraus, dass das Gebilde „Mann“ einmal ein höchst tugendhaftes war, ein Gentleman.

Der Mann war auch einmal cool wie James Bond. Und man erkannte ihn an seiner Fliege. Es lag dem Pappbrille-Erfinder also nahe, eine Fliege zu kreieren, die dem heutigen schnelllebigen Anspruch gerecht wird, um die Tugenden rund um den Klassiker wieder aufleben zu lassen. Er schuf die Pappfliege – eine Ansteck-Variante im rasanten Zeitgeist, die ein aufwendiges Binden entfallen lässt, sich dafür mehr Raum im Design auf Papier genommen hat.

An einem „Querbinder“, wie man die Fliege auch nennt, erkennt man einen wahren Mann. Und dieses Erkennungsmerkmal wurde, wie zu vermuten war, von einer Frau erfunden. Genauer gesagt, nicht von irgendeiner Frau, sondern von Madame Pompadour – der Geliebten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Sie funktionierte einfach die Schleife, die bisher ihr Mieder zusammenhielt, zu einer „Halskette“ um. Eine Provokation in der damaligen Zeit – die Schleife auf nackter Haut. Die Bohemiens nahmen das modische Accessoire wieder auf und zeigten sich nun mit Schleife um den Hals. Das galt zu deren Zeit als exzentrisch und durchaus provokativ gegenüber der adligen und bürgerlichen Gesellschaft.

Zu den letzten Fliegen-Träger im heutigen Stile zählen Künstler, Wissenschaftler und Individualisten. Paper-á-Porter Gründer Gheorgiu rettet mit der Papp-Fliege das Accessoires für Männer mit wohl bedachtem Benehmen und Geist vor dem Aussterben und lässt es als Kult-Objekt wieder neu aufleben. In einem Stück gefaltet und verrollt, ist es zum Anstecken in verschiedenen Größen, Formen und Farben erhältlich. Und wie wir aus der Geschichte nun erfahren haben, wird wohl zuerst eine Frau das gute Stück für sich entdecken.

Die Pappfliege wurde im Rahmen der Fashion Week Berlin am Donnerstag dem 7. Juli 2011 um 15.45Uhr in einer Butler-Performance vor dem Brandenburger Tor präsentiert. Die Guerilla-Aktion wurde exklusiv von dem Online-Magazin Querbinder begleitet. (Bild: thecoup.de)

 

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