Fließende Kittelkleider, „schürzige“ Latzhosen in Tiefseeblau – für die Sommerkollektion 2012 ließen sich die Designerinnen von mongrels in common von einer sehr bekannten Figur auf sehr ungewohntem Terrain inspirieren: „Heidi geht tauchen“ heißt das Leitmotiv, das bei ausgiebiger Sichtung der Kinderserie auf DVD entstand – ein Mitbringsel aus Christine Pluess’ Heimat Luzern, weil Schweizer eben immer die Berge vermissen, erst recht in Berlin.

Livia Ximénez-Carrillo dagegen war ähnlich stark von Wes Andersons Film „Die Tiefseetaucher“ beeinflusst, was letztlich zu dieser Art modischen Co-Produktion führte. Wie eigentlich alle Entwürfe des Labels immer eine Mischung aus unterschiedlichen Einflüssen sind, die nur scheinbar nicht zusammen passen, aber ein umso interessanteres Ganzes ergeben.

Heidis praktische und überaus zeitgemäße „Ausgehgarderobe“ macht sich in vielen Details der nächsten Saison bemerkbar: Schürzenelemente an Hosen und Kleidern, die mit goldenen „Geißpeter“-Ringen verbunden sind, jedoch deutlich mehr Stadt- als Alpenflair versprühen. Selbst Latzhosen werden hier zur eleganten Jumpsuit-Alternative, wenn sie in ultra-schmaler Silhouette auf dem Laufsteg erscheinen. Viele Teile lassen sich auch wie eine Schürze verknoten, etwa „Le Sac“, ein leichtes Kittelkleid, das dreimal unterschiedlich gewickelt werden kann, oder Schlaghosen und Trenchcoats, die im Rücken gebunden werden. Die Schnitte von mongrels in common sind dabei gewohnt fließend, mit leichten Drapierungen, die den Körper umschmeicheln, ohne einzuengen.

Getaucht wird vor allem bei der Farbwelt: Für Schlaghosen, Kleider oder die Bänder eines Hängerchens wurde handgebatikte Seide in Wasserfarben verwendet. Überhaupt ist Blau in allen Nuancen vertreten, von dunklem Tiefseeblau bis zum hellen Bleu der Baumwollblusen. Das Spannungsfeld liegt insgesamt zwischen eher dezenten Tönen, wie zartem Rosa oder „Edelweiß-Creme“, und knalligen Farben wie leuchtendem Apricot, und fluoreszierendem Gletschergrün. Letzteres bildet unübersehbar den Grundton des vom bekannten Urban-Art-Künstler XOOOOX exklusiv für mongrels in common entwickelten Stoffprints „Wilde Mücken auf Barcode an Schmetterlingen.“

Materialien

Die Kollektion umfasst etwa 30 Looks und 60 verschiedene Teile. Die Signature-Blusen mit Piercing-Verschluss in Apricot oder Creme sind aus Seide, Heidis burschikosere Hemden aus hochwertiger Baumwolle – natürlich Schweizer Baumwolle. Für Hosen und Jacken wurde größtenteils Seidenmischgewebe verwendet, für die schmale Latzhose eine hochwertige Microfaser. Der XOOOOX-print inspiriert vom BlackBerry Barcode ist auf Blusen, Kleidern und Schals aus halbtransparentem Crêpe-Satin gedruckt. (Bilder: Deluxe Label)

 

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