Jean-Paul Gaultier und die Frau als Vogel

jean_paul_gaultierJean-Paul Gaultier, Christian Lacroix, Alessandra Facchinetti und das Modehaus Givenchy zeigen „Das Verrückte“ der Haute Couture in Paris. Jean-Paul Gaultier präsentierte die Frau als Vogel im offenen Käfig. Mit fedrigen Kleidern oder soften Fellmänteln, die mit einer Art Krinoline (Reifrock) oder einem Korsett aus Leder oder Stäbchen umgeben waren. Mit seiner Show setzte Jean-Paul Gaultier die Vorstellungen der Haute Couture voll um.

Dies spiegelte sich auch bei den Abendkleidern des Modemeisters wieder. Da erstrahlte der Vogel in einem schwarzgrünen Kleid mit Bikini-Oberteil und Fasanfederumhang. Wieder einmal ging das Konzept von Jean-Paul Gaultier voll auf. Prächtige Vögel schickte auch die Italienerin Alessandra Facchinetti für das Traditionshaus Valentino auf den Laufsteg. Nach dem Abschied des Großmeisters Valentino, stellte Facchinetti erstmals ihre filigranen Entwürfe für Valentino vor und gab damit ihr Debüt in der Meisterklasse der Mode.

Mit ihren Models, die überaus mädchenhaft, unschuldig, zart und architektonisch wirkten, entzückte sie sogar ihren Landsmann und Modezar Giorgio Armani. Ob es ihr auch gelang, eine eigene Note auf der Haute Couture zu hinterlassen, dass wird sich in naher Zukunft zeigen. Bei dem Modehaus Givenchy ist Peruanische Folklore auf Pariser Eleganz getroffen. Inspiriert hat den Italiener Riccardo Tisci eine Reise in die sagenumwobene Inkastadt Machu Picchu. Seine Entwürfe kombiniert er mit kurzen Seidenleggins, zu Bermudas in rauchigen Brauntönen und kurzen Wolljacken mit Lederpartien oder soften Kaschmirpullovern. Aber auch die Mäntel und seine Gaucho-Stiefel in creme-braun Abstufungen erinnern an die Decken der Indios.

Christian Lacroix hat sich hingegen von den prächtigen Gewändern auf den Gemälden des spanischen Hofmalers Diego Velàzquez (1599-1660) inspirieren lassen. Für den Grundton seiner Entwürfe wählte er schwarz, um sich dadurch an den Verzierungen austoben zu können. Seine Stücke sind mit üppigen Stickereien, glänzenden Bakelitsteinen, smaragdgrünen Spitzen und schwarz funkelnden Pailletten verziert. Ohne diese vier Paradiesvögel wäre die diesjährige Haute Couture eine sehr schlichte Veranstaltung gewesen. Oder was meint ihr dazu? Schreibt uns eure Kommentare. Sind die Entwürfe zu gewagt? (Bild: Flickr, Zazazoomuse)

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