Der Herbst ist nun gänzlich verronnen und die Früchte des Jahres sind geerntet. Es ist Zeit sich wieder an die frühe Dunkelheit zu gewöhnen und das zu konservieren was über das Jahr gesammelt wurde. Nicht nur Früchte, die uns die kalten und dunklen Stunden versüßen, sondern auch die Eindrücke und Momente fest zu halten die uns bewegt haben. In Bewegung bleiben, einen Antrieb finden, auch einmal ruhen dürfen, sich weiterentwickeln, das gehört zum Reifen dazu.

Die Vergänglichkeit und Kurzweiligkeit des Schönen wird uns in dieser Jahreszeit immer am bewusstesten. Wir sehen uns zurück nach warmen Tagen, lauen Sommernächten und manchmal sogar nach unseren Jugendtagen. Eine Sehnsucht die meist nur in unseren Gedanken wieder zum Leben erweckt wird. Fotografin Sarah Storch hat es geschafft die Vergänglichkeit fest zu halten. Sie macht uns bewusst wie Sterblich sogar der Tod ist. In der Kulisse eines verlassenen Kreuzberger Friedhofs fand sie genau so einen Ort, der beschreibt wie endlich unser Sein auf Erden ist. Die Endlichkeit und das Sein, die Jugend und das Reifen, das Heranwachsen ein ewig wehrender Prozess und mittlerweile so selbstverständlich das man es kaum noch schafft, sich dessen wirklich Bewusst zu sein. Storch`s Bilder sind voller Sinnlichkeit und wecken Gedanken an das eigene Heranwachsen und das ganz ohne den faden Beigeschmack von Traurigkeit. Sie sind Hoffnungsvoll, zeugen von Kraft und gleichzeitig von Zerbrechlichkeit.

Ein Schmaler Grat den die junge Fotokünstlerin ganz intuitiv und sicher zu gehen vermag. Die gebürtige Gothaerin absolvierte und beendete ihre Ausbildung (2011) in einem renommierten Leipziger Fotoatelier und überzeugt mit einer unglaublichen Bildgewalt und Handfertigkeit. Sie ist der beste Beweis dafür, dass ein guter Wein nicht nur Zeit zum Reifen benötigt, sondern ebenso guten Boden braucht auf dem die Reben heranwachsen können. Das Wissen um Endlichkeit und der Glaube an sich selbst, versetzten sprichwörtlich nicht nur Berge, sondern fordern auf diese auch zu überqueren und manchmal sogar kurz auf ihnen zu verweilen, um den Ausblick zu genießen. (Bilder: Sarah Storch, Quelle: Oliver Viehweg)

 

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