Ein dreigängiges Menü in der Pantry eines Segelschiffes? Haute Cuisine auf Hoher See? Profi-Köchin Steffi Metz (32) aus Potsdam macht’s erfolgreich vor und schaukelt auch sonst noch einiges in ihrem Leben hervorragend. Eine Erfolgsgeschichte mit gutem Geschmack.

Der Smut ist für die Zubereitung aller Speisen an Bord zuständig, für den Einkauf der Lebensmittel und für die Moral der Seeleute. Sein Arbeitsplatz ist die Kombüse, auf kleineren Booten oder Yachten auch Pantry genannt. Er ist der wichtigste Mann an Bord. In unserem Fall: Die wichtigste Frau an Bord! Sie ist auch kein ungelernter Koch, was „Smut“ eigentlich bedeutet. Sondern eine Profi-Köchin allerersten Ranges, die ihre Kreativität nicht nur auf den Tellern auslebt, sondern auch mit Koch-Events der anderen Art.

Steffi Metz lacht herzlich: „Gespräche am Tisch kommen oft ins Stocken. Gespräche in der Küche nie…!“ Deshalb stehen bei ihr Soft Skills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit quasi auf der Menü. Mit großer Leidenschaft bringt sie am liebsten die verschiedensten Menschen am Herd zusammen. Vom Chef bis zur Sachbearbeiterin, vom Pförtner bis zur Chefin, aber auch ernsthafte Kontrahenten, die gemeinsam dann ein Süppchen kochen, in der Küche schnippseln und bruzzeln – und danach alles gemeinsam genießen. Tüftler und Eigenbrötler sind da nicht gefragt, was zählt, ist die Teamarbeit. Mobbing zerkocht sich.

Besonders an Bord eines Events auf einer 15 Meter-Yacht wird das deutlich. Ob Kochmuffel oder Stimmungskanone, da ist kein Platz für Extrawürste, unter Deck ist es eng und mitunter wacklig (auch wenn das Schiff während des Kochens im Hafen bleibt), jeder Handgriff muss sitzen, obwohl zu wenig Platz für Töpfe und Zutaten vorhanden ist, und die gute Laune muß unter Volldampf bleiben. Auch wenn die Teller dann von unten hinauf das Deck beinahe zirkusreif balanciert werden müssen – zum Beispiel mit Wildkräutersalat mit Apfeldressing auf Selleriepiccata und Möhrenspagetti oder Lachs mit geschmolzenen Tomaten, Fenchelgemüse und Nudelnestern.

Ganz klar: Bei Steffi Metz’ Events werden die Gäste nicht bekocht, sondern die zahlenden Gäste kochen selbst (!) und arbeiten mit. Die attraktive Frau hat das Zubereiten von Speisen zum Event gemacht, schon lange, ehe dieses „Gemeinschaftserlebnis“ über die Bildschirme flimmerte. Mit ihrer Idee war Metz eine der ersten und konnte von der ersten Sekunde ihres Internetauftritts („Meine erste Homepage „Cook Event Hamburg“ war schrecklich laienhaft, aber hatte trotzdem sofort eine tolle Resonanz“) große Erfolge verbuchen. Sie erinnert sich noch genau auf ihren ersten Åuftrag: „Es war in Hamburg und Freunde hatten dem Hochzeitspaar einen Kochkurs geschenkt!“

Inzwischen hat die rothaarige Frohnatur über 50 Mitarbeiter – alle auf freier Basis, vom erfahrenen Sommelier bis zum angesehenen Koch, von denen viele auch schon in angesehen Sterne-Restaurants den Kochlöffel geschwungen haben. „Steffi Metz cooking“ veranstaltet Events auch über die Grenzen Deutschland hinaus, zum Beispiel auf einer Yacht auf Mallorca. Überhaupt ist sie stolz auf ihren Firmenslogan: „Wir kochen für Sie an jedem Ort der Welt!“

So liest sich auch ihre Referenzliste wie das Who is Who aus der Wirtschaft. Zum Beispiel: ALD Automotive Incentive (75 Personen). Aral Teambuilding,(14 Personen), Dresdner Bank (48 Personen), MPR DR. Muth communication (200 Personen). Firmen buchen bei Steffi Metz Kochkurse als Incentive oder als Events, wenn es Geburtstage zu feiern gibt, ein Jubiläum, ein Sommerfest, ein Barbecue am Strand oder ein Wandermenü in den Bergen und natürlich eine Weihnachtsfeier. Steffi Metz veranstaltet Cooperate Cooking, Showkochen oder Live Catering, alles was das Herz begehrt und der Geldbeutel hergibt.

Steffi Metz hat die Ruhe weg: „Von der ersten Sekunde wird alles genau von einer Hand geplant. Welche Location ist geeignet? Welches Küchenstudio kann ich mieten? Wieviel Leute machen mit? Wieviel Gruppen kann ich bilden? Ich tüftle Menü aus, schlage sie vor, ich gehe einkaufen, oft gemeinsam mit denTeilnehmern. Bei mir kommen nur die besten und nur frische Produkte in die Küche, gerne regionale Spezialitäten. Außerdem werden bei meinen Koch-Events auch Nudeln, Fonds und sogar Pralinen selbst zubereitet – und ich besorge auf Wunsch auch die passenden Getränke!“ Oder sie sind vorhanden, wie bei so manchem Privat-Event, wenn ein edles Tröpfchen aus dem eigenen Weinkeller geholt wird. In so mancher Privat-Villa kommt selbst die Profi-Köchin ins Schwärmen, wenn sie dort die Luxus-Hightec-Küche sieht – häufig jedoch unbenutzt, nimmt sie dann schmunzelnd zur Kenntnis.

Steffi Metz oder ihre Teammitarbeiter bringen in ihrem Arbeitskoffer Schürzen für die kochenden Teilnehmer mit, aber auch die eigenen Messer und sonstige Utensilien („Ich hab mindestens 25 verschiedene Salzsorten“). Jeder ausgefallene Wunsch des Auftraggebers ist für Steffi Metz eine willkommene Herausforderung, sie würde, so sagte sie mal, auch auf dem Rücken eines Elefanten kochen.

Okay, in Zeiten der Wirtschaftskrise mögen die Eventswünsche nun ein bisschen magerer geworden sein – in sehr guten Zeiten hatte ihre Firma innerhalb von zwei Monaten allein in Hamburg und Berlin 29 Events – aber die energische Steffi Metz (Sternzeichen Löwe) sieht trotzdem optimistisch in die Zukunft, warum auch nicht? Denn: „Ess Genuss ist und bleibt ein großes Stück Lebensqualität”.

Steffi Metz, in der Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau in Thüringen geboren, aber in Hamburg aufgewachsen, kam übrigens vor gut sechs Jahren auf ihre Event-Idee. Damals war sie als Köchin fest angestellt, aber nach ihrer Scheidung alleinerziehende Mutter eines Sohnes (heute 13). „Das kann ich auch“, dachte sich die Power-Frau, als sie mit freiberuflichen Köchen ins Gespräch kam. Danach arbeitete sie vom Zeitaufwand oft noch mehr als zuvor, aber sie konnte sich eben den Tag besser einteilen.

Im Organisieren ist Steffi Metz sowieso eine Weltmeisterin geworden. Die erfolgreiche Unternehmerin bringt trotz ihres engagierten Jobs und den damit verbundenen Reisen auch noch den Alltag mit ihren zwei süßen Kindern (13 und 2) und der treuherzigen Bordeaux-Dogge Luna (sieben Monate) gut unter einen Hut. Dabei hilft ein familiäres Netzwerk und ein guter Freundeskreis. Oder sie bezahlt eben einen Babysitter, aber auch mal einen Hundesitter, wenn die Zeit für lange Spaziergänge fehlt. Einen Fernseher gibt es in ihrer Wohnung in der Potsdamer Altstadt nicht – stattdessen spielt und liest sie mit ihren Kindern in jeder freien Minute. Der Große ist ein begeisteter Fußballer, aber steht auch schon mal gerne mit Mama am Herd und kocht. Er ist also vorbelastet, wie Steffi Metz auch: „Als ich als kleines Mädchen meinen Vater zum ersten Mal in seiner Küche im Restaurant besuchte, hat es mich fast umgehauen. Ich kannte doch nur unsere kleine heimische Küche. Als ich dann auch noch das riesige Kühlhaus sah, war ich einfach überwältigt. Ab da war mein Weg wohl vorgezeichnet“.

Wieviel Menschen sind denn bei einem Koch-Event ideal? Steffi Metz: „Egal, es wird dann alles schön eingeteilt. Ab 12 Personen finde ich es persönlich lustig und gut für die Stimmung. Ich habe aber immer wieder Events mit vier oder sechs Personen, aber auch mit über 100. Wie gesagt: Ich koche nicht mit. Ich organisiere und kontrolliere alles. Ich mache vor, wie die Speisen Schritt für Schritt zubereitet werden, was sich ergänzt, wie man richtig würzt und wie man ohne Verletzung mit einem japanischen Messer hantiert!“

Ebenfalls als eine ihrer Event-Spezialitäten gilt ihr Manager-Führungs-Coaching am Herd: „Manche Teams in Firmen funktionieren nicht so, wie der Chef es möchte. Bei mir am Herd sollen sie zu einem Team werden, das gemeinsam funktioniert. Sie begreifen, dass es sinnlos ist, wenn die warme Sauce lange vor dem Fleisch fertig ist. Man muß miteinander planen, miteinander sprechen, miteinander arbeiten, damit die ganze Sache rund wird!“

Da aber nicht alles so einfach ist, wie es klingt, stehen Steffi Metz („Ich habe den Koch-Part“) bei diesem speziellen Event erfahrene Coachs an der Seite, die sich schon im Vorwege über die Schwachstellen des Teams informieren. So manches Firmenproblem wird danach nicht mehr so heiß gegessen, wie gekocht.

Das alles hat natürlich seinen Preis. Unter 1 000 Euro (für vier Personen) läuft kein Event, je nach Menü- oder Getränkewünschen und Zeitaufwand. Ein Kochtag auf einem Segelschiff kostet cirka 1 000 Euro pro Person. Mit allen Zutaten und inklusive eines Profiskippers, der die Yacht mit der fröhlichen Kochrunde – nach dem gemeinsamen Essen an Bord – vom Hafen auslaufen lässt und über die Wellen schippert. Im Vorjahr zum Beispiel von Lauterbach an der Ostsee entlang der traumhaften Boddenküste Südrügens.

Wovon träumt eine erfolgreiche Frau, die kulinarisch gesehen bei Schokolade oder Frikassee schwach wird? Steffi Metz: „Von einer Yacht, etwa mit einer Bulthaupt-Küche und modifiziertem Interieur, bei dem eine Kochinsel, also ein zentraler Herd, der von allen Seiten einsehbar und nutzbar ist, im Mittelpunkt steht!“

Na, Steffi, dann mal ran an die Buletten und weiterhin viel Erfolg! (Quelle: Caroline van Wieden, Bild: Metz-cooking, Frank Hormann)

 

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